Friday, July 9, 2010

Wollen oder nicht wollen-My lack of Will-Power

Dieser Winter will wirklich kein Ende nehmen und der Frühlich hat einfach keine Chance. Daher ist es überhaupt nicht erstaunlich, dass ich mich plötzlich in mitten einer Grippewelle befand, die sich an mich herangepirscht hatte. Nachdem ich scheinbar endlose Tage im Bett verbracht hatte, wachte ich auf und wollte ein Canelé essen. Du weisst schon, diese dünnen, leckeren Bissen aus süßem Eierteig mit harter Karamelkruste!? Tatsächlich hatte ich in den vergangenen Tagen meinen Appetit verloren, was mich wirklich irritierte. Das Gefühl ängstigte mich und ich fühlte mich gefühllos bei der Vorstellung, dass es mir nicht möglich war ein Gefühl von Verlangen zu haben oder Aufregung vor dem bevorstehenden Essen. Wofür sollte ich nun leben?!?!


Also an diesem Tag wachte ich mit dem Gedanken an einen Mund voller Canelés auf, ich war aufgeregt. Das Problem war nur
  • Ich hatte immer noch Fieber, war schwach und wirklich nicht fähig aufzustehen
  • Es war Sonntag und an Sonntagen sind die Lebensmittelläden geschlossen
  • Selbst wenn ich sie selber machen wollte, ich hatte weder Hefe im Hause, noch eine dieser wunderschönen Canelé-formen
Das änderte aber nichts an der Tatsache, dass mein Heisshunger wuchs. Ich dachte an das französische Restaurant ganz in der Nähe, das sehr gute Canelé anbot. Dort würde ich hingehen um mich zu befriedigen. Als ich aber das Fenster öffnet und eine graue, dicke Nebelwand die Stadt einhüllte ... musste ich noch einmal über meinen Wunsch nachdenken. Aber nur ganz kurz, denn ich wollte sie wirklich haben.
Das Niessen und Husten begann sofort mich zu traktieren und mein Kopf fühlte sich an als hätte ein Fussball auf ihn eingehämmert. Ein normaler Mensch wäre sofort wieder ins Bett gestiegen und wäre dort geblieben. Obwohl ich alles versuchte mich von meinem Heisshunger abzulenken, er machte sich immer lauter bemerkbar. Ich entschied, dass ich die Entscheidung meiner Freundin überlassen würde. Sie ist ein rationaler Mensch ... und trifft offensichtlich immer die richtigen Entscheidungen. Also rief ich sie auf Skype am anderen Ende der Welt an und fragte ... soll ich oder soll ich nicht.
Als ich in Ungeduld auf ihre Antwort wartete, stellte ich mir bildlich vor, wie ich mir den ersten Bissen des zuckerdurchzogenen Teig  in meinem Mund vor. „Auf gar keinen Fall“ war die Antwort, die mich aus meinen Träumen wieder in die harte, grausame Realität zurückbrachte. „Du bist krank, hustest wie eine Verrückte, hast Fieber und trotz deinem Heisshunger musst du Willensstärke zeigen.“
Wie ein Kleinkind war ich furchtbar enttäuscht und meine Lust und Energie schwanden dahin. Ich fühlte mich wie ein Luftballon, dem gerade die Luft abgelassen wurde und ich sah die Luft entweichen.
„Du hast Recht,“ sagte ich und unsere Unterhaltung brach bald ab. Ich ging wieder ins Bett und versuchte zu schlafen.
Ich versuchte es wirklich, aber es klappte nicht. Als ob eine unsichtbare Macht mich überwältigt hätte ... schmiss ich schliesslich die Denke weg, zog meinen Pullover an und meine wärmste Jacke, bedeckte meinen Kopf, meine Stirn, und den Rest meines Gesichts mit einem Schal, wobei ich nur einen Schlitz für die Augen freiliess, aber genug Raum zum Atmen liess. Ich nahm meine Tasche und verliess das Haus. Ich brauchte mein Canelé FIX.
Meinen schmerzenden Körper zog es mit einer solchen Gewalt zum Cafe, dass der üblicherweise 15 minütige Fussweg höchstens ein paar Minuten dauerte, so fühlte es sich auf jedenfall an. Als ich endlich die Tür öffnete lächelte ich beim Gedanken mein Ziel erreicht zu haben. Ich ging zur Thekke und erzählte der Dame von meinem Heisshunger auf Canelé, und bevor ich noch weitersprechen konnte, unterbrach sie mich und informierte mich, dass sie gerade das letzte Stück für dieses Wochenende verkauft hatte. Vor weniger als zwei Minuten.
Es dauerte eine Weile bis ich registrierte, was sie gerade gesagt hatte. Bei der Erkenntnis wurde mein Körper plötzlich schwerer und schwerer, die Tragweite meiner Enttäuschung zog meinen Körper, meine Stimmung in den Abgrund ... mein Lächeln verschwand ...

„Das kann nicht wahr sein, das ist doch ein Witz“, fauchte ich
Die Frau sah mich mit erstaunen an. Ihr Lächeln, dass sie noch bei meinem Eintreten auf den Lippen hatte war verschwunden. Ich wusste, dass sie irgendwie sauer war.
„Nein, dass ist kein Witz, warum sollte ich Witze erzählen?“...
Ich stand für eine volle Minute da und konnte nichts sagen, komplett geschlagen, verloren und ehrlich gesagt wütend mit mir selber. Wäre ich doch nur ein paar Minuten früher gekommen, ... oder ...
Es war sinnlos ...
Ich schleppte meinen schmerzenden Körper den unendlich langen Weg nach Hause zurück.  Stieg wütend und enttäuscht ins Bett. Spaeter sass ich am Computer und bestellte drei Canelé-Formen, ging danach wieder ins Bett und träumte davon sie zu backen, was ich dann eine Woche später auch wirklich tat. Bis heute frage ich mich, hätte ich meiner inneren Eingebung folgen sollen? Oder hätte ich meditieren sollen und meinen Heisshunger aus meinem Gedächnis löschen sollen? Hmmmm...
Naja, ich hoffe Du geniesst das Rezept, von Clotilde at Chocolade and Zuchini    

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